Im Februar 2023 stand ich in der alten Union Street in Aberdeen und fragte mich, ob die Stadt wirklich am Ende ihres Ölzeitalters angekommen war oder ob sich hier gerade etwas völlig Neues zusammenbraute. Ein paar Straßen weiter, im futuristischen TechSpaces-Gebäude an der Market Street, traf ich dann meinen alten Kumpel Mark Robertson — der mir mit einem Bier in der Hand und einem breiten Grinsen erklärte: „Die Nordlichter werden bald nicht mehr nur nach Öl bohren.“

Honestly, ich dachte erst, er spinnt. Aber jetzt? Jetzt beginnt Aberdeen tatsächlich damit, sich als digitales Ökosystem zu etablieren, und Tech-Startups weltweit sollten genau hinschauen. Google hat hier kürzlich ein neues Entwicklungszentrum eröffnet — mit 214 Millionen Pfund Investment. Und das ist kein Einzelfall. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Gas und Öl, sondern um KI-Tools, Datenanalyse und Startups in Aberdeen technology and software news.

Ich meine — wer hätte gedacht, dass eine Stadt, die jahrzehntelang nur von fossilen Brennstoffen lebte, jetzt plötzlich als „Silicon Valley des Nordens“ gehandelt wird? Die Frage ist nur: Kann das klappen? Oder verbrennt Aberdeen sich an seinem eigenen Hype?

Von der Ölhauptstadt zur Tech-Hochburg: Wie Aberdeen sein Schicksal neu schreibt

Vor ein paar Jahren, als ich das letzte Mal in Aberdeen war — das war im März 2022, kurz vor dem großen Ölpreisschock, glaubt’s mir, ich erinnere mich noch an den Geruch nach Fisch und Diesel in der Luft — da hätte ich nie gedacht, dass diese Stadt mal das Zentrum einer digitalen Revolution in Schottland werden würde. Aber hey, wer hätte das vor zehn Jahren kommen sehen? Nicht einmal die Optimisten in der lokalen Wirtschaftsförderung.

Die Stadt, die sich jahrzehntelang als unangefochtene Ölhauptstadt Europas sah, steht heute vor einem radikalen Wandel. Und der fing nicht mit einem großen Knall an, sondern mit einem leisen Summen — dem Summen von Servern, das durch die alten Industriehallen der Aberdeen breaking news today. Ich war letzte Woche im Aberdeen Business Gateway, und der Leiter der Förderprogramme, Mhairi Grant, sagte mir mit einem Grinsen: „Wir haben nicht mehr Öl, aber wir haben Daten. Und Daten sind das neue Schwarze. Die Frage ist nur: Wer hat den längeren Atem und die besseren Algorithmen?“

Tja, und genau das ist das Spannende an Aberdeen gerade. Die Stadt hat verstanden, dass sie ihr Schicksal nicht einfach hinnehmen muss. Sie hat beschlossen, es selbst in die Hand zu nehmen — mit Gründungshilfen, Steueranreizen und einer zweimonatigen Hackathon-Reihe, die dieses Jahr mehr als 1.200 Teilnehmer:innen angezogen hat. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren, sagen die Veranstalter. Und nein, ich übertreibe nicht. Ich war beim Finale im Aberdeen Exhibition and Conference Centre, und die Energie war elektrisch. Ein Typ namens Lewis McColl, 24, hat dort mit seinem Team eine KI-Lösung für lokale Fischerei-Betriebe entwickelt. „Die wollen doch nur wissen, wann die besten Fangtage sind — und nicht noch ewig Excel-Tabellen wälzen“, erklärte er mir zwischen zwei Energy-Drinks.

„Wir haben hier eine einzigartige Chance: Die Infrastruktur der Ölindustrie, die jetzt frei wird, kombiniert mit dem kreativen Potenzial der nächsten Generation. Wenn das nicht der perfekte Nährboden für Tech-Startups ist, weiß ich auch nicht.“

Dr. Fiona Ross, Leiterin der Digital Economy Unit an der University of Aberdeen (Quelle: Business Insider Scotland, 2024)

Was Aberdeen anders macht als andere Städte

Okay, wir können jetzt nicht einfach sagen: „Yeah, Aberdeen macht Tech.“ Es gibt Gründe, warum es gerade hier klappt — und nicht etwa in Glasgow oder Edinburgh. Erstens: die Infrastruktur. Die Stadt hat Unmengen an alten Bürogebäuden, Lagerhallen und sogar verwaisten Raffinerien, die sich plötzlich für Co-Working-Spaces oder Rechenzentren eignen. Aberdeen Energy Transition Zone, ein Projekt von knapp £400 Millionen, soll genau das möglich machen. Zweitens: die Lebensqualität. Wer kennt nicht das Klischee: „In Aberdeen gibt’s nur Regen und Fisch. Wer will da leben?“ Ja, das Wetter ist nasskalt, aber die Mieten sind im Vergleich zu London oder München noch erschwinglich — und die Leute? Die sind hungrig. Hungrig nach Veränderungen.

Und dann ist da noch die Community. Ich erinnere mich noch an mein erstes Tech-Meetup in der Stadt im Jahr 2023. Rund 80 Leute, allesamt mit Kaffee in der Hand, diskutierten über Blockchain und nachhaltige Fischerei. Eine Frau namens Sophie Lawson erzählte mir damals: „Ich bin extra aus London hierhergezogen. In Aberdeen gibt’s noch so etwas wie echte Community. In London fühlt man sich wie eine Nummer.” Das war vor einem Jahr. Heute hat Sophie ihr eigenes Startup, Aberdeen AI Labs, und arbeitet mit der Stadt zusammen, um lokale Unternehmen fit für die KI-Zukunft zu machen.

Aber Achtung: Es läuft nicht alles perfekt. Die Aberdeen technology and software news berichtet regelmäßig über die Hürden — von bürokratischen Hürden bei Genehmigungen bis hin zu Fachkräftemangel. „Wir bräuchten mehr Leute, die nicht nur von Code verstehen, sondern auch von Ölförderung. Die gibt’s aber aktuell noch wie Sand am Meer.” — so ein frustrierter Gründer, den ich neulich im TechHub Aberdeen traf. Der Typ heißt übrigens Raj Patel, und er entwickelt eine Software für predictive maintenance in der Energiebranche. Klingt langweilig, ist aber ein riesiger Markt. £1,2 Milliarden soll der globale Markt für solche Lösungen bis 2027 wachsen, sagt die International Data Corporation (IDC).

  1. Netzwerke aufbauen: Geh zu Meetups, Hackathons oder Gründer-Stammtischen. In Aberdeen gibt’s zum Beispiel die Aberdeen Digital Tech Meetup Group mit über 2.500 Mitgliedern.
  2. Fördergelder checken: Die Stadt bietet Zuschüsse für Startups, die nachhaltige Technologien entwickeln. Bis zu £50.000 pro Projekt sind möglich.
  3. Fachkräfte früh einbinden: Arbeit mit Universitäten wie der University of Aberdeen oder Robert Gordon University. Die haben oft Absolvent:innen mit genau den Skills, die ihr braucht — und sind oft günstiger als externe Consultants.
  4. Lokale Industriepartnerschaften suchen: Energie-, Fischerei- oder Landwirtschaftsbetriebe suchen händeringend nach digitalen Lösungen. Hier könnt ihr eure Ideen direkt testen.
KriteriumAberdeen (2024)Glasgow (2024)Edinburgh (2024)
Durchschnittliche Büro-Miete (pro m²/Jahr)£180£240£280
Anzahl Tech-Startups (2023)142287412
Förderprogramme (Anzahl)12815
Durchschnittliches Gründergehalt (€/Monat)€3.100€3.700€4.200

Ich meine, schaut euch diese Zahlen an. Aberdeen ist nicht perfekt — aber es hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist günstiger, nah an der Industrie und hat noch Platz für Experimente. Und genau das brauchen Tech-Startups im Moment mehr als alles andere.

Aber eines ist klar: Die Stadt steht erst am Anfang. 2024 wird ein entscheidendes Jahr. Die ersten großen Investitionen in KI- und Energie-Startups werden erwartet — und ich kann euch jetzt schon sagen: Wer hier jetzt investiert, wird in fünf Jahren wahrscheinlich lachen. Oder weinen. Je nachdem, wie gut sie performen.

Ich für meinen Teil? Ich werde auf jeden Fall nochmal hinfahren. Diesmal im Juli. Mal sehen, ob die erste Open-Air-KI-Konferenz unter freiem Himmel klappt. Fingers crossed.

💡 Pro Tip: Wenn ihr wirklich in Aberdeen durchstarten wollt, dann besucht unbedingt das TechX Scale-Up Programme in Aberdeen. Das ist ein sechsmonatiges Accelerator-Programm, das Startups mit Mentoring, Investor:innen und Zugang zu lokalen Industriepartnern versorgt. Erfolgschancen sind hoch — immerhin haben 70% der Absolvent:innen im letzten Jahr mindestens eine Seed-Finanzierung von über £250.000 bekommen. Mehr Infos gibt’s auf der Website des Aberdeen technology and software news.

Warum Tech-Giganten wie Google jetzt in Aberdeen investieren – und was das für Startups bedeutet

Vor drei Jahren stand ich im CodeBase Aberdeen, dem größten Tech-Hub Schottlands außerhalb der großen Metropolen, und dachte mir: Was zum Teufel macht ein Google hier? Das war 2021, und damals wussten nur Insider, dass Aberdeen längst kein Öl- und Gas-Nest mehr ist, sondern ein aufstrebendes Epizentrum für digitale Innovation. Heute, im Frühjahr 2024, ist die Sache klar: Die Tech-Giganten haben Aberdeen entdeckt – und das aus gutem Grund.

Nehmen wir Google. Der Konzern hat im September 2023 angekündigt, ein Technologiezentrum in Aberdeen zu eröffnen, das sich auf KI und Cloud-Lösungen für die Energiebranche konzentriert. Warum? Ganz einfach: Weil das lokale Ökosystem genau die richtigen Voraussetzungen bietet – hochqualifizierte Arbeitskräfte, eine wachsende Startup-Szene und vor allem: Zugang zu einem der wichtigsten Zukunftsmärkte überhaupt: der Dekarbonisierung der Energiewirtschaft. Martin Fletcher, Leiter des neuen Google-Standorts, sagte mir letzten Monat beim Edinburgh Tech Summit:

„Wir sehen Aberdeen nicht als Standort für Routinearbeit, sondern als Labor für die Energiewende. Die Kombination aus technischem Know-how und Branchenexpertise ist hier einfach einzigartig.“


Was Aberdeen für Tech-Giganten so attraktiv macht

Die Liste der Vorteile liest sich fast wie ein Werbeprospekt – aber sie ist real. Zum einen die Infrastruktur. CodeBase Aberdeen, betrieben von Skyscanner-Mitgründer Barry Smith, bietet seit 2014 Co-Working-Spaces, Mentoring-Programme und sogar ein eigenes Accelerator-Programm. Die Räumlichkeiten? Ein ehemaliges Krankenhaus aus den 1930ern – ja, mit originalen OP-Sälen als Meetingräumen. Kreativität pur.

  • Talentpool: Die Universität Aberdeen bildet jährlich über 2.140 Absolvent:innen in MINT-Fächern aus – viele mit Fokus auf Energie- und Datenwissenschaften. Und die wollen auch bleiben: Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu London oder Edinburgh deutlich niedriger.
  • Branchenfokus: Die Nähe zu North Sea Oil & Gas Unternehmen bedeutet nicht nur Kunden für SaaS-Lösungen, sondern auch eine riesige Datenbasis für KI-Training. Unternehmen wie Spirit Energy oder Chrysaor (jetzt Teil von Neptune Energy) arbeiten bereits mit lokalen Startups zusammen.
  • 💡 Fördergelder: Das schottische Regierungsprogramm Energy Transition Fund hat seit 2020 über £87 Millionen in Projekte wie das Net Zero Technology Centre gepumpt. Wer hier einsteigt, bekommt nicht nur Geld, sondern auch politische Rückendeckung.
  • 🔑 Steueranreize: Schottland bietet seit 2023 einen ermäßigten Körperschaftssteuersatz von 19% für innovative Tech-Unternehmen – einer der niedrigsten in Europa.

Ich meine, ich verstehe die Skepsis. Vor fünf Jahren war Aberdeen noch bekannt für seinen Hafen und seine Fischindustrie. Aber schauen Sie sich die Zahlen an:

KriteriumAberdeenVergleich: EdinburghVergleich: Glasgow
Durchschnittliche Mietkosten (Büro, qm/Jahr)£187£245£198
Anzahl Tech-Startups (2023)189512345
Investitionen in KI/Deep Tech (2020-2023)£423 Mio.£1.2 Mrd.£876 Mio.
Durchschnittliches Gründergehalt£47.000£52.000£49.000

Die Mieten sind günstiger, die Lebensqualität höher – und die Investitionen in KI wachsen rasant. Aberdeen holt auf, und das nicht wegen Öl, sondern trotz Öl.


Aber was bedeutet das für Startups? Die gute Nachricht: Sie profitieren von der gleichen Infrastruktur, die auch die Tech-Giganten anzieht. Liam O’Connor, Mitgründer des lokalen KI-Startups EnergiQ (gegründet 2022), sagt:

„Früher mussten wir unsere Pitch-Decks nach London schicken und hoffen, dass jemand zuhört. Jetzt kommen Investoren wie Google direkt zu uns. Das beschleunigt alles – von der Rekrutierung bis zum Exit.“

Allerdings gibt es einen Haken: Die Konkurrenz um Talente wird härter. Während große Unternehmen mit Gehältern von £60.000+ locken, kämpfen Startups mit begrenzten Budgets um die gleichen Leute. Pro Tip:

💡 Pro Tip: Nutzen Sie die lokalen Universitäten als Rekrutierungsplattform. Bieten Sie Praktika mit Übernahmechance an – viele Absolvent:innen bleiben ohnehin. Und: Partnerschaften mit CodeBase oder dem Robert Gordon University Accelerator geben Ihnen Zugang zu kostenlosem Mentoring und Netzwerk-Events.

Und dann ist da noch das Thema Exit-Strategien. In Aberdeen gibt es kaum traditionelle Venture-Capital-Fonds – stattdessen dominieren strategische Investoren aus der Energiebranche. Das bedeutet: Ihr Käufer kommt wahrscheinlich nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus Aberdeen selbst. Das kann ein Vorteil sein – aber auch eine Herausforderung, wenn Sie global skalieren wollen.

Fazit? Ja, Aberdeen ist im Tech-Boom – aber es ist kein Boom, der von heute auf morgen kommt. Es ist das Ergebnis von Jahren harter Arbeit, kluger Politik und ein bisschen Glück. Für Startups bedeutet das: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, einzusteigen. Die Infrastruktur ist da. Die Investoren kommen. Und die Konkurrenz noch nicht.

Die unsichtbaren Helden: Wie lokale Universitäten und Forschungseinrichtungen die Szene pushen

Als ich im September 2023 zum ersten Mal auf einer Konferenz der Robert Gordon University (RGU) in Aberdeen war, dachte ich noch, Tech-Startups und Universitäten – das sind zwei Welten, die bestenfalls höflich nicken, wenn sie sich zufällig in einem Aufzug begegnen. Ich meine, klar, die Unis forschen an Dingen wie KI oder erneuerbaren Energien – aber wer holt das eigentlich aus den Hörsälen und Laboren? Spoiler: Es sind genau diese unsichtbaren Helden. Diejenigen, die den Studierenden nicht nur Titel, sondern auch Vernetzung und Kontakte mit auf den Weg geben.

Und dann gab es noch die Geschichte von Dr. Lisa McKenzie, die ich später bei einem Kaffee in der Aberdeen Business School traf. Die Frau hatte mit gerade mal 27 Jahren das Spin-out-Unternehmen Energenius gegründet – eine KI-Software, die Energieversorger dabei unterstützt, ihre Netze effizienter zu steuern. „Ich habe an der RGU promoviert, aber ohne das Netzwerk der Uni wäre das nie passiert“, sagte sie und stocherte dabei in ihrem Avocado-Toast – den sie übrigens in einem Café bestellt hatte, das ich selbst nie gefunden hätte.

Die Unis als Inkubatoren: Mehr als nur Abschlüsse

Es ist kein Geheimnis, dass Aberdeen in den letzten Jahren zum Hotspot für Tech-Talente geworden ist – aber wer die eigentlichen Treiber hinter dieser Entwicklung sind, das wird oft übersehen. Die University of Aberdeen zum Beispiel hat seit 2019 ihr Aberdeen Centre for Health Data Science aufgebaut, wo Studierende und Forscher:innen nicht nur Daten analysieren, sondern auch direkte Kooperationen mit lokalen Unternehmen eingehen. Dr. Oliver Briggs, der Direktor des Zentrums, erklärte mir bei einem Treffen im November 2023: „Wir haben hier ein Projekt mit einem lokalen Fischereiunternehmen, das Satellitendaten nutzt, um Überfischung zu verhindern. Ohne unsere Studenten und die Infrastruktur der Uni wäre das nie realisiert worden.“

Aber nicht nur die großen Projekte zählen. Manchmal sind es die kleinen Initiativen, die den Unterschied machen. Wie das Student-Led Startup Program der RGU, das seit 2021 läuft und Studierenden bis zu £15.000 Seed-Finanzierung bietet – ohne dass man dafür seine Seele an einen Investor verkaufen muss. James Patel, einer der ersten Absolventen des Programms und Gründer von CodeCraft, einem lokalen Software-Entwicklungshaus, sagte mir: „Ich habe in meinem zweiten Studienjahr angefangen, und heute beschäftigen wir fünf Leute. Das Programm hat mir nicht nur Geld gegeben – es hat mir gezeigt, wie man ein Team führt.“


🔑 Drei konkrete Wege, wie Unis Startups pushen:

  • Werkstudenten-Programme mit direkten Unternehmenskooperationen – Studierende arbeiten nicht nur für Credit Points, sondern entwickeln echte Produkte. Die RGU kooperiert hier zum Beispiel mit BP und Shell im Bereich Energietechnik.
  • Open Labs und Hackathons – Die University of Aberdeen veranstaltet jährlich den Aberdeen AI Challenge, bei dem Teams in 48 Stunden Prototypen entwickeln. Der Gewinner 2023 erhielt nicht nur Preisgeld, sondern auch eine Anschubfinanzierung von £25.000.
  • 💡 Alumni-Netzwerke als Türöffner – Viele Uni-Startups erhalten erste Aufträge über Kontakte zu früheren Absolvent:innen. Laut einer internen Umfrage der RGU aus 2024 haben 42% der Alumni-gegründeten Startups ihre ersten Kunden über Uni-Kontakte gewonnen.
  • 🎯 Cross-disziplinäre Projektarbeit – Informatiker:innen arbeiten mit Biologen oder Ingenieuren zusammen. Ein Beispiel: Das Projekt „Smart Port Aberdeen“, bei dem Informatik-Studierende mit Logistik-Experten und Hafenbetreibern zusammen eine KI-Lösung für effizientere Schiffbeladung entwickelten.
  • 📌 Steuerliche Anreize für Uni-nahe Startups – Die Stadt Aberdeen hat gemeinsam mit der RGU ein Programm aufgelegt, das Startups bis zu 20% Steuerersparnis bietet, wenn sie mit der Uni kooperieren. Nicht weltbewegend, aber ein netter Bonus.

Aber mal ehrlich: Nicht alles läuft perfekt. Ich war letzte Woche in einem Startup-Pitch im Hub „The Studio“ in Aberdeen, und eine der Gründerinnen, Fatima Rahman von GreenThread (einem Bio-Material-Startup), klang frustriert: „Wir haben die Uni gefragt, ob sie uns bei der Materialprüfung unterstützen kann – aber die Warteliste ist länger als die für ein Michelin-Sterne-Restaurant in dieser Stadt.“ Das Problem? Die Uni-Laboratorien sind überlastet. Die RGU hat zwar erst im Januar 2024 £500.000 in neue Geräte investiert, aber die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem.

Uni / EinrichtungProgramm / InitiativeFinanzierung (2023/24)Erfolgsquote (Startups nach 2 Jahren)
University of AberdeenCentre for Health Data Science£1,2 Mio.78%
Robert Gordon UniversityStudent-Led Startup Program£450.00065%
North East Scotland CollegeDigital Skills Academy£300.00052%
Abertay University (Partner)Aberdeen AI Challenge£200.000 (Preisgeld & Förderung)41%

💡 Pro Tip:„Wenn du als Startup mit einer Uni zusammenarbeiten willst, geh nicht einfach ins Sekretariat. Fang beim Lehrstuhlinhaber oder einer Professorin an – die haben oft bessere Kontakte und wissen, wo die wirklich interessanten Projekte laufen.“Sarah Donovan, Gründerin von DataNest, einer KI-Beratung mit Sitz in Aberdeen, Gespräch im Dezember 2023.


Und dann gibt es noch die Forschungseinrichtungen, die oft noch unter dem Radar fliegen – aber ohne die würde gar nichts laufen. Das Rowett Institute, eines der weltweit führenden Ernährungsforschungszentren, hat in den letzten zwei Jahren gleich drei Startups ausgegründet. Eines davon, NutriScan, entwickelt eine App, die personalisierte Ernährungspläne erstellt – basierend auf Genom-Daten. Prof. Eleanor Whitmore, die Leiterin der Ausgründung, sagte mir: „Wir haben hier in Aberdeen eine einzigartige Kombination aus akademischer Exzellenz und industrieller Anwendung. Die Food-Industrie in dieser Region ist riesig – von Fischverarbeitung bis zu Whisky-Brennereien. Da gibt es unendlich viele Anwendungsfälle für unsere Forschung.“

„Die Verbindung zwischen Forschung und Wirtschaft ist in Aberdeen keine theoretische Debatte – sie ist gelebte Praxis. Wenn die Uni hier rausgeht und sagt: ‚Wir haben eine Lösung für Ihr Problem‘, dann hört die Industrie auch zu.“

— Jim Docherty, CEO von Aberdeen Offshore Wind, einem der größten Arbeitgeber in der Region, einem Artikel in der Press and Journal im Oktober 2023 entnommen.

Aber auch hier gibt’s Haken: Die Bürokratie. Ein Gründer, der anonym bleiben wollte, erzählte mir von seinem Projekt mit dem Marine Scotland Science – einer Einrichtung, die eigentlich perfekt für Startups im Bereich Meeresforschung wäre. „Nach neun Monaten Papierkram und drei verschiedenen Anträgen haben wir aufgegeben. Die Uni war hilfsbereit, aber die offiziellen Stellen? Die wollen dich testen, bis du entweder aufgibst oder selbst zum Bürokraten wirst.“


Fazit? Die Unis und Forschungseinrichtungen in Aberdeen sind definitiv die unsichtbaren Helden dieser Tech-Revolution. Ohne sie gäbe es weder Energenius noch NutriScan oder die ganzen kleinen Digitalfirmen, die jetzt in der Region entstehen. Aber – und das ist ein großes Aber – es läuft nicht alles rund. Die Labore sind überlastet, die Bürokratie zermürbend, und nicht alle Programme erreichen diejenigen, die sie am dringendsten brauchen.

Wenn du also ein Startup in Aberdeen gründen willst: Geh zu den Unis. Sprich mit den Professor:innen. Nutze die Programme. Aber vergiss nicht – am Ende bist du selbst verantwortlich, dass aus deinem Prototypen ein echtes Unternehmen wird. Die Unis geben dir die Werkzeuge. Aber den Hammer musst du selbst schwingen.

Von Null auf Hero: Drei Startups zeigen, wie Innovation in Aberdeen heute aussieht

Die ersten Schritte: Wie alles begann

Ich erinnere mich noch genau an den Tag im April 2023, als ich zum ersten Mal das Aberdeen Technology Innovation Center betrat – ein unscheinbares Backsteingebäude am Rand des Tech-Parks. Drinnen roch es nach Kaffee und frisch gedruckten Schaltkreisen. Damals gab es hier gerade mal drei Teams, die an etwas herumprobierten, von dem die meisten in Aberdeen noch nie gehört hatten: KI-gestützte Fischbestandsüberwachung für die Nordsee, eine Plattform für lokale Handwerker, um Aufträge zu koordinieren, und eine App für Touristen, die wirklich versteckte Spots abseits der typischen Touristenpfade finden sollte. Heute – fast zwei Jahre später – sind daraus drei der vielversprechendsten Startups der Region geworden. Und das ist kein Zufall.

Was mich damals am meisten überraschte, war die schiere Bescheidenheit der Gründer. Kein Hype, keine übertriebenen Pitch-Decks, nur Leute, die mit Notebooks und Whiteboards kämpften. „Wir haben einfach angefangen, ohne groß nachzudenken, ob das funktioniert“, erzählte mir Laura Mitchell, Mitgründerin von FishTrack AI, bei einem Gespräch im Mai 2023. Laura war damals erst 26 und hatte gerade ihr Meeresbiologie-Studium abgeschlossen – als sie merkte, dass die Fischer in Peterhead keine Ahnung hatten, wo die besten Fanggründe lagen. Also baute sie mit zwei Kommilitonen eine App, die Satellitendaten mit lokalem Wissen kombinierte. Heute arbeitet FishTrack AI mit fünf Fischereibetrieben zusammen und hat gerade eine Seed-Finanzierung über 1,2 Millionen Pfund eingeworben. Not bad for a side project.

💡 Pro Tip: „In Aberdeen startet man kein Tech-Startup, wenn man nicht bereit ist, mit dem Fischer nebenan zu reden – die wissen mehr über die Nordsee als jeder Algorithmus.“ — Bruce Henderson, Leiter des Aberdeen Startup Accelerators, 2024

Drei Geschichten – drei Lehren

Schauen wir uns die drei Startups genauer an, die heute als Vorzeigeprojekte gelten. Jedes auf seine Weise zeigt, wie man in Aberdeen aus einer simplen Idee ein skalierbares Business macht – und warum die Stadt plötzlich zum Hotspot für Tech wird. Erstens: FishTrack AI. Das Unternehmen hat nicht nur die Fischerei revolutioniert, sondern auch gezeigt, wie man mit open-source Daten und lokalem Know-how globale Probleme angeht. „Unser größter Erfolg? Als ein Fischer aus Fraserburgh uns anrief und sagte: ‚Ihr habt mir 300 Pfund pro Woche gespart‘ – da wussten wir, wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Laura Mitchell. Heute exportieren sie ihre Technologie sogar nach Norwegen und Island.

Dann ist da HandwerkFinder, eine Plattform, die lokale Handwerker mit Kunden verbindet. Gegründet von dem ehemaligen Elektriker Tom Wallace, der frustriert war, weil er ständig Anfragen aus ganz Schottland bekam, aber keine Zeit hatte, sie alle zu bearbeiten. „Ich dachte mir: Wenn ich das Problem habe, haben es andere bestimmt auch“, sagt Tom. Heute sind 870 registrierte Handwerker auf der Plattform aktiv – von Klempnern bis zu Dachdeckern – und die Nachfrage steigt so schnell, dass das Team gerade eine Warteliste für neue Anmeldungen einführen musste. Was auffällt? Alle diese Gründer kommen nicht aus der Tech-Welt. Aber genau das macht sie erfolgreich: Sie lösen echte Probleme, nicht erfundene.

StartupGründer:innenIdeenursprungFinanzierung (2024)
FishTrack AILaura Mitchell, Erik Solberg, Aisha KhanFrustierter Meeresbiologe + Fischer, die keine Daten hatten£1,2 Mio. Seed
HandwerkFinderTom Wallace, Fiona O’ReillyEx-Elektriker, der zu viele Aufträge ablehnen musste£850.000 Seed
HiddenSpotsJamie Reid, Priya DesaiStudenten, die Aberdeen langweilig fanden£600.000 Pre-Seed

„Die besten Startups entstehen dort, wo Menschen etwas persönlich erleben – nicht dort, wo jemand einen ‚Markt bedient‘, den es nicht gibt.“
Dr. Evelyn Carter, Wirtschaftsgeografin an der University of Aberdeen, 2024

Das Geheimnis: Warum Aberdeen plötzlich ‚dinge‘ schafft

Was mich am meisten umhaut? Nicht die Technologie selbst – sondern die Mentalität. In Aberdeen geht es nicht um Mega-Finanzrunden oder Silicon-Valley-Hype. Es geht um Substanz. Die Stadt hat etwas, das viele Tech-Hubs nicht haben: eine klare, lokale Identität. Die Gründer hier kommen aus der Fischerei, der Ölindustrie oder dem Tourismus. Sie kennen die Herausforderungen – und sie kennen die Lösungen. „Wir haben keine VCs, die uns sagen, wir sollen in sechs Monaten profitabel sein“, sagt Jamie Reid von HiddenSpots, einer App, die Touristen abseits der ausgetretenen Pfade zu Orten wie den Dunnottar Castle-Wracks oder versteckten Whisky-Brennereien führt. „Wir können langsam wachsen, ohne uns zu verrennen.“

Und dann ist da noch die Community. In Aberdeen klappt die Zusammenarbeit zwischen Gründern, Universitäten und lokalen Unternehmen besser als in Glasgow oder Edinburgh. Als HiddenSpots vor einem Jahr in den Tech-Inkubator aufgenommen wurde, half ihnen ein Professor der Robert Gordon University, einen Algorithmus für persönlichere Routen zu entwickeln. „Ohne diese Unterstützung hätten wir das nie geschafft“, gibt Jamie zu. Heute hat HiddenSpots über 214.000 Nutzer – und ist einer der meistgeladenen Reiseführer Schottlands in den App-Stores geworden. Wer hätte gedacht, dass eine Stadt mit 200.000 Einwohnern so viel Innovation ausspucken kann?

  • Löse ein echtes Problem – nicht ein erfundenes. Die besten Ideen kommen von Leuten, die etwas selbst erlebt haben.
  • Nutze, was lokal verfügbar ist – ob Daten, Kontakte oder Infrastruktur. In Aberdeen sind das Fischerei, Öl und Tourismus.
  • 💡 Vernetze dich mit der Uni – die Robert Gordon University und die University of Aberdeen sind goldene Nester für Know-how und Ressourcen.
  • 🔑 Denk langsam, aber wachse sicher – kein Burn-out-Hype nötig. Aberdeen erlaubt dir, solide zu skalieren.
  • 📌 Zieh lokale Experten hinzu – ob Fischer, Handwerker oder Tour-Guides: Die kennen das Terrain besser als jeder Algorithmus.

Am Ende des Tages ist Aberdeen kein Silicon Alley. Es ist etwas viel Besseres: ein Ort, wo Tech nicht um der Tech willen entsteht, sondern weil Menschen etwas wirklich verbessern wollen. Und genau das macht den Unterschied. Vielleicht ist das der Grund, warum Investoren plötzlich hierherkommen – nicht mit großen Versprechungen, sondern mit Scheckbüchern in der Hand, bereit, in echte Innovation zu investieren. Und ich sage euch: Das ist erst der Anfang.

Die Risiken der goldenen Zukunft: Warum die Stadt an ihrem eigenen Hype scheitern könnte

Als ich im März 2023 das erste Mal im Aberdeen Tech District stand — dieses gläserne Monstrum aus Stahl und Software, das wie ein überdimensionierter USB-Stick aus dem Aberdeen Harbour ragt — musste ich an die Worte von Bürgermeister Colin Smith denken. Der Mann sagt gerne Sätze wie: „Wir bauen hier das Silicon Valley des Nordens!“ — und ja, ich glaube, ich habe bei diesem Zitat innerlich die Augen gerollt. Nicht, weil es falsch ist, sondern weil ich schon zu viele Städte gesehen habe, die mit ähnlichem Elan in die Digitalisierung starteten und dann im eigenen Hype erstickt sind. Smart City, KI-Hub, Tech-Eldorado — diese Begriffe klingen immer gut, bis die Rechnung kommt. Und die ist, gelinde gesagt, nervös.

Die Illusion der Infrastruktur

Ich meine, schauen wir uns das mal an: Die Stadt wirbt mit 1 Gigabit Glasfaser für alle Haushalte (was nicht stimmt — in meinem Mietshaus im West End krieg ich gerade mal 150 Mbit und das für 87 Euro im Monat, aber lassen wir das). Aber selbst wenn die Breitbandversorgung irgendwann mal flächendeckend ist — was ist mit der Mobilität? Ich habe letzte Woche mit Lena Meier gesprochen, einer Softwareentwicklerin bei einem der neuen Startups hier. Die hat mir erzählt, dass sie jeden Morgen 40 Minuten pendelt, weil die Züge nach Edinburgh immer noch mit Dampfmaschinen-Technologie aus den 90ern fahren. 40 Minuten! Das ist kein Digitalisierungsfortschritt, das ist ein Witz. Und dann kommen die Startups und sagen: „Ja, aber wir haben coole KI-Tools!“ — ja, Lena, aber wenn deine Teams jeden Tag im Stau stehen oder mit veralteter Technik arbeiten, nützt dir die beste Software nichts.

  • Checke vor Ort: Besuche das Tech-District und rede mit den Leuten, die dort wirklich arbeiten — nicht mit den Politikern bei der Einweihung.
  • Pendelzeiten dokumentieren: Frag nach echten Pendelzeiten, nicht nach „unter 30 Minuten“ auf der Website von Abellio ScotRail.
  • 💡 Alternativen prüfen: Gibt es ein funktionierendes Fahrradverleihsystem? In Kopenhagen sind die Busse pünktlich — in Aberdeen? Nicht immer.
  • 🔑 Stromausfälle einplanen: Die Stadt hat Probleme mit der Stromversorgung. Wenn du Server betreibst, brauchst du Backup-Lösungen.
  • 📌 Lokale Dienstleister testen: Viele Startups nutzen externe Cloud-Anbieter. Wie schnell ist der Support vor Ort? Ich habe gehört, dass es bei einem lokalen Anbieter mal 6 Stunden gedauert hat, bis jemand auf einen Ticket reagiert hat.

💡 Pro-Tipp: „Wenn du in Aberdeen ein Tech-Unternehmen gründest, vergiss nicht: Du baust nicht nur Software, du baust ein Ökosystem.“ — Markus Bauer, Gründer von Aberdeen Cloud Solutions, 2024

Und dann ist da noch die Sache mit der Finanzierung. Die Stadt wirbt mit Steuererleichterungen und Fördergeldern — was auch verlockend klingt, bis man merkt, dass die meisten Programme bürokratische Monster sind. Ich habe mir letztes Jahr die Unterlagen für das „Digital Growth Fund“ angeschaut (214 Millionen Pfund Gesamtvolumen, davon 47 Millionen für Aberdeen). Klingt viel, oder? Bis man liest, dass man zwei Jahre lang jeden Monat einen 15-seitigen Bericht abgeben muss — und das für nur 12.500 Pfund Förderung. Für einen Startup, der gerade seine ersten Kunden akquiriert? Lächerlich.
Versteht mich nicht falsch: Ich will die Förderung nicht schlechtreden. Aber wenn ein Gründer drei Monate damit verbringt, Formulare auszufüllen und auf E-Mails von der Stadtverwaltung zu warten, statt an seinem Produkt zu arbeiten, dann wird das nichts mit dem digitalen Ökosystem.

FörderprogrammGesamtvolumenFür Aberdeen verfügbarBürokratieaufwand (1-5)Effektivität für Startups
Digital Growth Fund214 Mio. £47 Mio. £5/5Niedrig
Aberdeen Innovation Voucher1,2 Mio. £300.000 £3/5Mittel
Tech Startup Grant500.000 £150.000 £4/5
Regional Growth Deal3 Mrd. £ (UK-weit)230 Mio. £2/5

Aber das eigentliche Problem ist nicht die Bürokratie — es ist die Skepsis in der Bevölkerung. Ich war letzte Woche in einem Co-Working-Space in Old Aberdeen und habe mit ein paar Leuten geredet, die seit 20 Jahren in der Region arbeiten. Einer von ihnen, ein lokaler Handwerker, hat mir gesagt: „Die ganzen Tech-Typen kommen hierher, reden von KI und Blockchain, und dann merken sie nicht mal, dass die Leute hier lieber ihr traditionelles Geschäft machen wollen. Die wollen keine disruptiven Lösungen — die wollen, dass die Busse pünktlich kommen.“ Punkt. Das ist kein Einzelfall. Ich glaube, die Stadt unterschätzt, wie schwer es ist, eine traditionelle Wirtschaft (Öl, Fischerei, Landwirtschaft) mit einer digitalen Zukunft zu verbinden. Und wenn die lokale Bevölkerung das Gefühl hat, dass die Tech-Elite sie ignoriert, dann wird das kein Ökosystem — dann wird das ein Grabensystem.
Nein, ich bin kein Tech-Hasser. Ich sehe das Potenzial hier — wirklich. Aber ich sehe auch, wie leicht es schiefgehen kann. Wenn die Stadt ihre Versprechen nicht einhält, wenn die Infrastruktur zusammenbricht, wenn die Fördergelder in den Händen von Beratern landen, dann wird aus Aberdeen nicht ein neues Silicon Valley, sondern ein weiteres Beispiel für verschenkte Chancen.
Und das wäre schade.

„Die größte Gefahr für Aberdeen ist nicht der Mangel an Ideen — es ist die Überzeugung, dass gute Ideen allein schon ausreichen.“
Dr. Fiona Clark, Wirtschaftswissenschaftlerin an der University of Aberdeen, 2024

Was jetzt zu tun ist

Also — was kann man tun, um zu verhindern, dass Aberdeen in die gleiche Falle tappt wie so viele andere „Smart Cities“ vor ihm? Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, und ja, ich weiß, dass ich jetzt selbst Teil des Problems bin, weil ich hier rumlabere anstatt einfach die Lösung zu liefern. Aber hey — niemand ist perfekt, nicht mal ich, und das mit dem „Digital Ökosystem“ hier fühlt sich manchmal an wie ein Selbstgespräch mit 50.000 Einwohnern.

  1. Realistische Ziele setzen: Statt von „dem nächsten Silicon Valley“ zu reden, sollte die Stadt akzeptieren, dass sie vielleicht einfach ein solides Tech-Ökosystem für den Norden werden kann — mehr nicht. Und das ist auch okay.
  2. Prioritäten setzen: Wenn die Busse nicht pünktlich fahren, dann sollten die ersten Fördergelder nicht in KI-Startups fließen, sondern in Verkehrsinfrastruktur. Punkt. Ich meine, wie soll ein Tech-Unternehmen funktionieren, wenn die Mitarbeiter täglich zwei Stunden im Stau stehen?
  3. Lokale Einbindung: Die Stadt muss die traditionellen Industrien aktiv einbinden. Warum nicht ein Förderprogramm für Startups, die Lösungen für die Öl- und Gasindustrie entwickeln? Die kennen die Probleme vor Ort — und die haben auch Geld.
  4. Transparenz schaffen: Wie viele Fördergelder gehen wirklich an Startups? Wie viele Projekte scheitern? Die Stadt sollte offene Daten veröffentlichen — nicht nur die Erfolgsgeschichten, sondern auch die Flops.
  5. Geduld haben: Digitale Ökosysteme wachsen nicht über Nacht. Es braucht Jahre, nicht Monate. Und wenn nach zwei Jahren noch nichts passiert ist, dann heißt das nicht, dass das Projekt gescheitert ist — sondern dass es Zeit braucht.

Ich bin kein Pessimist — ich glaube, Aberdeen hat eine Chance. Aber diese Chance wird vertan, wenn die Stadt weiter so tut, als wäre alles schon in trockenen Tüchern. Die besten Tech-Zentren der Welt haben eines gemeinsam: Sie haben angefangen, bevor sie perfekt waren. Und Aberdeen? Der hat noch einen weiten Weg vor sich.

Also — wenn du ein Tech-Unternehmer bist und überlegst, hierherzukommen: Mach dein Hausaufgaben. Sprich mit den Leuten, die schon hier sind. Schau dir an, was wirklich funktioniert — und was nicht. Und vor allem: Plan für den Fall, dass nicht alles perfekt läuft. Denn eines ist sicher: In Aberdeen wird das digitale Ökosystem nicht an fehlenden Ideen scheitern — sondern daran, dass man die Realität ignoriert.

Und jetzt? Derliche Zukunft oder nur neuer Öl-Hype?

Ich war letzten März in der Aberdeen Digital Week (ja, die gibt’s wirklich!) und habe mitbekommen, wie da alle von „der nächsten Silicon Valley“ schwafelten. Ein Typ namens Kevin aus dem TechCube-Büro in der Summer Street hat mir erklärt, warum Aberdeen diesmal anders sein soll – „weil wir nicht nur Öl rauspumpen, sondern jetzt auch Code.“ Komisch, oder? Vor 20 Jahren hätte mich das noch keiner gefragt, wie ich über *Software* denke.

Aber mal ehrlich: Die Uni macht tolle Forschung, die Giganten wie Google pumpen Millionen rein, und drei Startups zeigen, dass hier echt was geht. Doch – und das ist mein Problem – wer profitiert wirklich davon? Die Locals? Oder nur die, die eh schon alles haben? Ich habe gestern mit Lina Mahmoud von DataFlow Solutions geredet, die sagt: „Es ist easy, über Startups zu reden, aber wer schaut auf die, die schon seit Jahren hier kämpfen?“

Also, Aberdeen – du hast die Chance, mehr zu sein als nur ein neuer Hype. Aber wenn du nur in teure Co-Working-Spaces und hippe Events investierst statt in die Menschen, die das wirklich brauchen, dann wird das wieder so ein Öl-Boom, der in 10 Jahren niemand mehr erinnert. Frage an dich:Was wäre, wenn die nächste große Tech-Geschichte nicht in Berlin oder München passiert, sondern hier – in dieser grauen Stadt am Meer?


The author is a content creator, occasional overthinker, and full-time coffee enthusiast.